Klaus Duda Form folgt Funktion

#6/2012 Form folgt Funktion

Workshop - Bauprozesse in der Praxis

Arch. DI Klaus Duda (DTA) gestaltete im Rahmen der Fachtagung „Form folgt Funktion. Wie sich Pflege- und Fachexpert/innen im (Um)Bauprozess kompetent einbringen“ am 15.10.2012 einen Workshop über Bauprozesse in der Praxis. Veranstalterin war die Akademie für Sozialmanagement, die auch Führungskräfteausbildung für die Pflege anbietet.

Ausgangspunkt des Workshops war die Darstellung von Planung der Organisation und gestalterischer Planung als parallel verlaufende Prozesse, die jedoch eigene Zeitpläne, Akteur/innen und Logiken haben.

Während die ersten Entscheidungen in der Organisation auf höchster Ebene fallen sollten („Wohin wollen wir mit unseren Heimen?“ „Was bieten wir in Zukunft an?“), kann sich die Geschäftsführung relativ bald zurücknehmen und die Ausführung delegieren. Architekt/innen bzw. Fachleute sehr früh einzubinden, kann wirtschaftlich sinnvoll sein: Relativ banale Standortfaktoren wie die Beschaffenheit des Untergrundes oder die gesetzlich vorgeschriebene Parkplatzzahl wirken sich erheblich auf die Machbarkeit eines Bauprojektes aus und können von Fachleuten über Studien gut geklärt werden.

Je hochwertiger die Konzeption bzw. die Ausschreibung im Wettbewerbsfall ist, so führte Duda aus, desto größer die Chance auf zufriedenstellende Entwürfe. Je mehr die Architekten interpretieren müssen, desto größer auch die Chance auf Fehleinschätzungen des Beabsichtigten. „Mehr Informationen fokussieren die Lösung.“ Je später im Prozess eine Entscheidung fällt, desto höher die Folgekosten (finanziell und/oder organisatorisch).

Viele Fragen gab es zum Thema „Umbau im laufenden Betrieb“, der erfahrungsgemäß eine sehr große Herausforderung für eine Organisation darstellt. Duda konnte von Praxiserfahrungen berichten und gab sich auch kritisch: „Hier werden Heimleitungen auch überfordert, sie bräuchten in solchen Phasen organisatorische, jedenfalls aber auch fachliche Unterstützung.“ Um eine Übersiedlung aller Bewohner „schonend“ durchzuführen, ist schließlich eine geradezu generalstabsmäßige Planung nötig. Er stellte auch klar, dass die Bauleitung niemals Aufgabe der Heimleitung ist: „Mit ihr habe ich gar kein Vertragsverhältnis“, so Duda. „Sie darf auch nicht die Baustelle betreten. Aber natürlich unterstützt man sich in der Praxis und stimmt sich gut ab.“ Für die Bewohner/innen sind die Arbeiten auf der Baustelle auch interessant, berichteten Teilnehmer/innen aus ihrer Erfahrung: „Es tut sich was“, die Bewohner/innen freuen sich auf das neue Heim. Dass aber Sicherheit, Hygiene, Staubschutz etc. von größter Wichtigkeit sind, ist für Duda klar.

Architekten und Planer wünschen sich klare Zuständigkeiten auf Seiten ihres Vertragspartners. So können bei manchen Sitzungen sehr viele Personen am Tisch sitzen und sich einbringen, dabei müsse aber immer klar sein, wer am Schluss die Entscheidungen trifft. Manchmal finden sich Architekten in der Rolle, dass sie Impulse der Pflege aufnehmen und den Trägerverantwortlichen näherbringen müssen. Das ist für Duda aber ein Zeichen mangelnden Vertrauens innerhalb der Organisation und „Vertrauen ist ein Schlüsselfaktor in so einem Prozess, das brauchen wir alle, damit wir gute Ergebnisse bringen.“

Nachlese: ASOM-Akademie für Sozialmanagement